Solltest du mit einer Weste mit Gewichten laufen? Expert:innen erklären die Vorteile – und Nachteile
Aktivität
Was das Multitasking angeht: Cardio- und Krafttraining lassen sich kombinieren, aber man sollte dabei einige Dinge im Hinterkopf behalten.
Westen mit Gewichten sind genau das, was man von ihnen erwartet – passgenaue Westen, deren Gewicht angepasst werden kann. Aber ist es eine gute Idee, beim Laufen eine Weste mit Gewichten zu tragen? Während die tatsächliche Antwort auf persönliche Vorlieben hinausläuft, findest du hier einige Vor- und Nachteile laut Expertenmeinungen.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Verwendung einer Weste mit Gewichten beim Laufen kann das Gleichgewicht, die Geschwindigkeit und die Beweglichkeit verbessern.
- Das Laufen mit einer Weste mit Gewichten kann zu Wirbelsäulenproblemen oder Gelenkverletzungen führen, wenn du über keine ausreichende Stärke im Stamm verfügst oder nicht ausreichend in Form bist.
- Das Gewicht deiner Weste sollte 10 Prozent deines Körpergewichts nicht überschreiten. Außerdem sollte die Weste eng anliegen und verstellbar sein.
- Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du mit einer Weste mit Gewichten läufst.
Mögliche Vorteile des Laufens in einer Weste mit Gewichten
Das Laufen mit einer Weste mit Gewichten bietet eine Reihe von besonderen Vorteilen, erläuterte Megan Kennihan, CPT, RRCA-zertifizierte Lauftrainerin und USATF-zertifizierte Leichtathletiktrainerin.
- Es kann dein Gleichgewicht verbessern: Das Laufen mit einer Weste mit Gewichten betont deine Körperhaltung und das Aufsetzen des Fußes, so Kennihan.
- Es kann dein Tempo verbessern: Wenn du mit einer Weste mit Gewichten läufst, trainierst du deinen Körper darauf, während dieser Laufeinheiten mehr Kraft aufzuwenden. Wenn du dann ohne eine solche Weste läufst, erinnert sich dein Körper, die gleiche Kraft aufzuwenden, sodass du dann auch ohne Weste schneller bist, so Kennihan.
- Es kann sich positiv auf die kardiovaskuläre Fitness auswirken und die Laufökonomie verbessern: Wenn du mit einer Weste mit Gewichten läufst, muss sich dein Körper mehr anstrengen, um dich vorwärts zu bewegen, so Kennihan. Das erhöht die Herzfrequenz und lässt das Herz schneller pumpen, um Blut zu den Muskeln und durch die Venen zu transportieren. Solange man keine kardiovaskulären Probleme hat, die sich negativ auf diesen Prozess auswirken könnten, kann diese Wirkung die Leistung steigern.
Wenn man allerdings anfällig für Verletzungen ist oder ein Gesundheitsproblem hat, kann das Laufen mit einer Weste mit Gewichten das Risiko von Komplikationen erhöhen. Klär es am besten mit einer Ärztin bzw. einem Arzt oder einer relevanten Gesundheitsexpertin bzw. einem Gesundheitsexperten ab, bevor du eine Weste mit Gewichten ausprobierst.
Was die Forschung sagt
Studien zu den Vor- und Nachteilen von Westen mit Gewichten liegen nur eingeschränkt vor. Entweder ist die Anzahl der Teilnehmer:innen zu gering, der Zeitrahmen zu kurz oder beides.
Einige Studien zeigen jedoch, dass das Training mit einer Weste mit Gewichten Vorteile für Läufer:innen bietet. Beispielsweise hat eine kleine Studie im Jahr 2012 im The Journal of Strength and Conditioning Research ergeben, dass Westen mit Gewichten leicht die Agilität bei Läufer:innen verbessern, was sich darin bemerkbar macht, dass sie mit mehr Kraft springen können, wenn sie die Weste ausziehen.
Und eine kleine Studie aus dem Jahr 2024 ergab, dass für jede 10 Prozent Gewicht, das du mit einer Weste hinzufügst, die Menge an Kalorien, die du verbrennst, um fast 14 Prozent steigen kann. Das Resultat ähnelt einer klinischen Studie, bei der Teilnehmer:innen drei Wochen lang acht Stunden am Tag ohne körperliche Aktivität eine Weste mit Gewichten getragen und im Vergleich zu Personen, die keine Weste trugen, deutlich an Gewicht verloren haben.
Bei einer Forschungsstudie, die 11 Studien zum Training mit Weste auf Sprintleistung untersuchte, stellte sich heraus, dass die Verwendung einer Weste die Latkatschwellen im Blut verbesserte, was bedeutet, dass Läufer:innen länger sprinten konnten, bevor sie ermüdeten. Westen mit leichterem Gewicht, wie eine leere Weste von typischerweise etwa zwei Kilogramm, erwiesen sich ebenfalls hilfreich auf langen Strecken.
Jedoch war es schwierig, die Gesamtwirkung zu bestimmen, da das Gewicht der Westen zwischen fünf und 40 Prozent der Körpermasse variierte. Daraus zogen Forscher:innen den Schluss, dass zukünftige Studien näher das optimale Gewicht und Volumen betrachten müssten, um die Trainingsvorteile für Sprinter:innen und Ausdauerläufer:innen zu bestimmen. Studien zu den Vor- und Nachteilen von Westen mit Gewichten liegen nur eingeschränkt vor. Entweder ist die Anzahl der Teilnehmer:innen zu gering, der Zeitrahmen zu kurz oder beides.
So gesagt gibt es einige Resultate, die die Vorteile eines Trainings mit einer Weste mit Gewichten für Läufer:innen bestätigen. Beispielsweise hat eine kleine Studie im Jahr 2012 im The Journal of Strength and Conditioning Research ergeben, dass Westen mit Gewichten leicht die Agilität bei Läufer:innen verbessern, was sich darin bemerkbar macht, dass sie mit mehr Kraft springen können, wenn sie die Weste ausziehen.
Eine Studie aus dem Jahr 2021 in derselben Fachzeitschrift fand heraus, dass das Tragen einer Weste mit 10 Prozent des Körpergewichts mehr Kalorien verbrannte als das Laufen ohne. Das Resultat ähnelt einer klinischen Studie, bei der Teilnehmer:innen drei Wochen lang acht Stunden am Tag ohne körperliche Aktivität eine Weste mit Gewichten getragen und im Vergleich zu Personen, die keine Weste trugen, deutlich an Gewicht verloren haben.
Bei einer Forschungsstudie, die 11 Studien zum Training mit Weste auf Sprintleistung untersuchte, stellte sich heraus, dass die Verwendung einer Weste die Latkatschwellen im Blut verbesserte, was bedeutet, dass Läufer:innen länger sprinten konnten, bevor sie ermüdeten. Westen mit leichterem Gewicht, wie eine leere Weste von typischerweise etwa zwei Kilogramm, erwiesen sich ebenfalls hilfreich auf langen Strecken.
Jedoch war es schwierig, die Gesamtwirkung zu bestimmen, da das Gewicht der Westen zwischen fünf und 40 Prozent der Körpermasse variierte. Daraus zogen Forscher:innen den Schluss, dass zukünftige Studien näher das optimale Gewicht und Volumen betrachten müssten, um die Trainingsvorteile für Sprinter:innen und Ausdauerläufer:innen zu bestimmen.
Mögliche Vorteile des Gehens in einer Weste mit Gewichten in den Wechseljahren
Wenn du die Wechseljahre erreichst, verursacht ein Rückgang des Östrogens einen „signifikanten Verlust an Knochenstärke“, so ein Forschungsartikel aus dem Jahr 2024 in Best Practice & Research Clinical Endocrinology & Metabolism. Diese hormonelle Veränderung kann das Risiko erhöhen, an Osteoporose zu erkranken, was die Knochen schwächt und sie anfällig für Frakturen macht.
Obwohl es nur begrenzte Daten aus der Forschung gibt, besteht ein Zusammenhang zwischen dem Training mit einer Weste mit Gewichten in den Wechseljahren und der Verringerung des Risikos von Stürzen und Frakturen bei älteren Frauen. Eine kleine Studie aus dem Jahr 1998 im The Journal of Gerontology: Biological Sciences ergab, dass sich die Stabilität, der Kraftaufbau im unteren Körper, die Kraft und die Muskelmasse von Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren (die Knochenschwund und einen niedrigen Östrogenspiegel hatten) verbesserten, wenn sie neun Monate lang mit einer Weste mit Gewichten trainierten – was das Sturz- und Frakturrisiko verringern kann.
In Bezug auf das Laufen kann „eine Weste an sich von Vorteil sein, weil sie die Belastung der Muskeln und Knochen erhöht, wodurch beide stärker werden“, erläuterte Erica Coviello, CPT, RRCA-zertifizierte Lauftrainerin und Inhaberin von Run Fit Stoked. „Das ist besonders wichtig, wenn sich deine Hormone und die Art und Weise verändern, wie dein Körper Mineralien ablagert.“
Frauen in den Wechseljahren haben jedoch ein höheres Verletzungsrisiko aufgrund von Knochenschwund und verminderter Kraft, daher schlägt Coviello vor, es nicht zu übertreiben. Wenn du merkst, dass deine Körperhaltung schlechter wird, solltest du am besten aufhören zu laufen.
„Du wirst wahrscheinlich mehr Vorteile genießen, wenn du mit einer Weste mit Gewichten gehst, aber ohne läufst“, sagte Coviello. „Laufen ohne das Gewicht erhöht bereits die Belastung und fördert so die Fähigkeit deiner Knochen, sich anzupassen und neues Gewebe zu bilden.“
Nachteile des Laufens mit einer Weste mit Gewichten, die man beachten sollte
Der größte Vorbehalt besteht hierbei darin, dass das Laufen bereits viel mehr Kräfte im Körper bindet als das Gehen, so Rachel MacNeill, DPT und Inhaberin von Flexibility Physical Therapy. Bei jedem Schritt müssen beispielsweise die Fersen eine Kraft abfedern, die das Drei- bis Vierfache des Körpergewichts ausmacht. Ist das Laufen mit einer Weste mit Gewichten also sicher?
"Wir versuchen ständig diese Kräfte zu mindern, um das Verletzungsrisiko zu senken", sagt sie. "Eine Weste mit Gewichten würde die Kompressionskräfte auf die Gelenke und die Gesamteinwirkung auf den Körper verstärken, was kontraproduktiv erscheint. Eine bessere Verwendung von Gewichten für Läufer:innen könnte im Fitnessstudio bei Krafttraining erfolgen."
Andere Nachteile sind, dass man nicht mehr so schnell laufen kann und dass sich die Körpermechaniken so verändern könnten, dass man aus der Form kommt, ergänzte Kennihan. Auch wenn ein geringeres Gewicht die Körperhaltung durch aufrechteres Laufen verbessern kann, würde man dies bei einem höheren Gewicht durch Vor- oder Zurücklehnen kompensieren. Oder den Schritt neu anpassen.
"Das Überladen des Oberkörpers mit einer Weste mit Gewichten kann auch zu Verletzungen der Wirbelsäule und zu schlechter Körperhaltung führen. Eine zu schwere Weste könnte einen Buckel entstehen lassen", sagt sie. Das gilt insbesondere dann, wenn der Core nicht stark genug ist, wodurch sich die Weste nicht effektiv nutzen lässt.
Wie schwer sollte eine Weste mit Gewichten sein?
Wie schwer sollte eine Weste mit Gewichten beim Laufen sein? Laut Kennihan sollte ihr Gewicht nicht mehr als 10 Prozent deines eigenen Körpergewichts betragen. Wenn die Weste mit Gewichten deine Körperhaltung verändert, ist sie laut Coviello zu schwer.
So fängst du mit dem Laufen in einer Weste mit Gewichten an
Wenn du noch nie mit einer Weste mit Gewichten gelaufen bist, schlägt Coviello vor, sie nur ein paar Minuten lang zu tragen. Außerdem empfiehlt sie, mit einer Weste mit Gewichten zu gehen, bevor du mit einer läufst, damit du dich daran gewöhnen kannst. Erhöhe allmählich die Zeit, die Entfernung und die Geschwindigkeit, die du beim Tragen zurücklegst, schlägt sie vor.
Coviello schlägt auch vor, keine Weste für Geschwindigkeits-Workouts, Intervallläufe, Regenerationsläufe oder Long Runs zu tragen, sofern du nicht speziell für ein Ausdauer-Event trainierst, bei dem du einen Rucksack tragen musst.
Laut ihr trägt man sie am besten bei einem lockeren Lauf über eine kurze oder mittlere Distanz.
Tipps zur Form und Sicherheit
Befolge diese Form- und Sicherheitstipps von Coviello:
- Lande mit dem Fuß unter der Hüfte, nicht vor dir.
- Halte deine Rippen über dem Becken und stehe aufrecht, mit leicht geneigten Knöcheln.
- Halte deine Ellenbogen zurück.
- Hör auf, wenn du Schmerzen oder Beschwerden verspürst.
- Gönne dir Zeit, um dich von der Anstrengung zu erholen.
Fazit
Wie bei allen zusätzlichen Fitnessprodukten ist die Verwendung einer Weste mit Gewichten von der persönlichen Präferenz und der Wirkung auf dich abhängig. Manche schwören auf sie, bei anderen könnte sie ein höheres Verletzungsrisiko der Wirbelsäule entstehen lassen. Es ist wichtig, dass du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt oder einer Physiotherapeutin bzw. einem Physiotherapeuten sprichst, bevor du eine Weste mit Gewichten ausprobierst, um Verletzungen zu vermeiden.
Wenn du eine Weste ausprobieren möchtest, schlägt Kennihan vor, dass du eine wählst, die beim Laufen eng anliegt. Das Gewicht sollte gleichmäßig auf dem Oberkörper verteilt sein – nicht nur vorne, was dich beim Laufen nach vorne ziehen kann.
"Ideal ist eine, die sich verstellen lässt, damit man leer beginnen und Schritt für Schritt bis zur vollen Kapazität erhöhen kann", sagt sie. "Am Anfang sollte man nur wenige Minuten in der Weste laufen, dann ganz langsam Zeit und Gewicht erhöhen."
FAQ
Ist das Laufen mit einer Weste mit Gewichten gut für die Gewichtsabnahme?
Laufen mit einer Weste mit Gewichten kann Menschen helfen, Gewicht zu verlieren, wenn das das Ziel ist, aber es sollte dafür nicht die primäre Methode sein, so Coviello.
„Einerseits kannst du natürlich in der gleichen Zeit mehr Kalorien verbrennen, während du im gleichen Tempo läufst, aber es kann deine Fähigkeit auch einschränken, so lange zu trainieren, wie du es ohne sie tun würdest, da die Körperhaltung und die Form beeinträchtigt werden, und eine schnellere Ermüdung kann zudem das Verletzungsrisiko erhöhen“, wie sie erläutert. „Der Kompromiss ist es nicht wert. Ernährung, wöchentliches Gesamtvolumen und Beständigkeit sind viel wichtiger, wenn man versucht, Gewicht zu verlieren.“
Können Anfänger:innen mit einer Weste mit Gewichten laufen?
Nein. Coviello empfiehlt Anfänger:innen nicht, mit einer Weste mit Gewichten zu laufen. „Anfänger:innen sollten sich vor allem auf den Aufbau von aerober Ausdauer konzentrieren“, erklärt sie.
Wie oft sollte ich mit einer Weste mit Gewichten laufen?
Wenn du nicht für einen Langstreckenlauf trainierst, musst du nicht jeden Tag eine Weste mit Gewichten tragen, so Coviello. „Sie sollte nur eine Möglichkeit sein, um den Widerstand zu erhöhen, um Muskel- und Knochenkraft aufzubauen, wenn du wenig Zeit hast und versuchst, ein paar Fliegen mit einer Klappe zu schlagen“, erläutert sie. Trage eine Weste mit Gewichten nur bei lockeren Läufen über kurze bis mittlere Distanzen, lautet ihr Rat.
Ist das Laufen mit einer Weste mit Gewichten schlecht für die Knie?
Das kann sein, wenn du bereits anfällig für Knieschmerzen oder Überlastungsschäden bist, so Coviello. „Mit dem zusätzlichen Gewicht der Weste wirst du eine schnellere Beeinträchtigung der Körperhaltung und der Laufform feststellen, was das Verletzungsrisiko erhöhen kann“, wie sie erläutert.
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